Echolinde

Waagvolk und Beobachtungsstation

Die Imkerei Echolinde betreibt in Aarau in Zusammenarbeit mit BienenSchweiz eine Beobachtungsstation mit einem Waagvolk auf einer elektronischen und vollautomatische Waage. Monatlich publizieren wir in der «Schweizerischen Bienenzeitung» ein apistischer Bericht. Auf dieser Seite wird der Bericht vorab, jeweils am 10. des Monats publiziert.

BienenSchweiz hat an verschiedenen Standorten elektronische und vollautomatische Waagen installiert. Die modernen elektronischen Stockwaagen erfassen neben dem Gewicht viele weitere Daten wie die Temperatur innerhalb und ausserhalb des Bienenstocks, Niederschläge, Luftfeuchtigkeit etc. Das erlaubt eine sehr zeitnahe Beobachtung der Trachtverhältnisse und des lokalen Wetters. Die Waagdaten werden jeweils nachts aktualisiert an einen zentralen Server übermittelt, der die Grafiken im Internet zur Verfügung stellt.

 
 
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Periode 10.05. – 10.06.2019

In diesem Frühling waren die Wetterverhältnisse für die Bienen schwierig. Die Frühlingshaupttracht insgesamt konnte schlecht beflogen werden. 

In der Mitte der aktuellen Beobachtungsperiode stieg die Waage, gegen Ende sank das Gewicht dann wiederum mit starken Niederschlägen. Der Brutraum weist kaum Futter auf. Die Bienen zerren derzeit von den Vorräten und fressen sich im ersten Honiraum Zellen frei, welche die Königin gerne bestiftet.

Insgesamt stieg die Waage in der Beobachtungsperiode um 7.7 kg an. Aufgrund des für meinen Bienenstand bisher wenig eingetragenen Nektars wurde der Frühlingshonig noch nicht geschleudert.

In unserer Region fielen viele Schwärme. Trotz Bildung von Sammelbrutablegern, regelmässigen Drohnenschnitten und Erweiterung mit dem 2. Honigraum gerieten auch viele meiner Völker in Schwarmstimmung. 

Um den Schwarmtrieb unter Kontrolle und um die Völker stark zu halten, blieb nur die aufwändige wöchentliche Kontrolle mit ausbrechen sämtlicher Weiselzellen oder bei zu starkem Schwarmtrieb die Bildung kleinerer Königinnenableger. Trotzdem ging der eine oder andere Schwarm ab. Die heutige Kontrolle ergab, dass der Schwarmwille nun aber in sämtlichen Völkern geendet hat. 

Erfreulich: Der Grossteil der jungen Königinnen kehrte begattet zurück. Sie führen bereits sich stark entwickelnde Jungvölker. Bald werden die Linden blühen. Ich bin gespannt, ob das Wetter mitspielt und die Bienen die Lindentracht nutzen können.

 
 

 
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Periode 10.04. – 10.05.2019

Um den 12. April waren in den Völkern junge Drohnen unterwegs. Die Zeit für den ersten Drohnenschnitt war gekommen.

Dabei konnte auch der Futterstand kontrolliert werden. Noch nie hatte ich derart geringe Futterreserven um diese Jahreszeit erlebt und für die folgenden Tage waren gar Schneegestöber angekündet. Glücklicherweise wurde es dann ab dem 16. April frühlingshaft warm. Von einer Zufütterung mit Honig konnte abgesehen werden. Die Waage begann zu steigen und um das Bienenhaus roch man starken Honigduft und in den Völkern herrschte starker Bautrieb.

Mit dem Wetterwechsel Ende April hat sich dieser aber abgeschwächt.  Das Wetter wurde sehr wechselhaft, nass und teils kalt mit nochmaligen Schneefall und frostigen Nächten. Die eigentlich gute Tracht konnte von den Bienen nur noch wenig beflogen werden. Die roten Gewichtsabnahmen überwiegen derzeit gegenüber den Zunahmen. Die Brutanlage wurde von den Königinnen in vielen Völkern stark eingeschränkt. Die Bienen beginnen den bereits gut gefüllten und teilverdeckelten ersten Honigraum auszufressen und die Königinnen legen in den ausgefressenen Zellen im ersten Honigraum Brut an.

In einigen Beuten ist die Schwarmlust Ende April ausgebrochen. Am 1. Mai fiel ein erster Schwarm. Die den Völkern am selben Tag entnommenen Brutwaben für die Bildung von Sammelbrutablegern und der erneute Schnitt des verdeckelten Drohnenbaus konnten die Schwarmstimmung etwas dämpfen.

 
 

 
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Periode 10.03. – 10.04.2019

Am 2. April konnten etwas über 20° gemessen werden. Zwei Tage später fiel der Schnee in dicken Flocken vom Himmel. Halt eben wie der April ist, ein wechselhafter Frühlingsmonat. Inzwischen blüht die Kirsche und die ersten Löwenzahnblütentupfer leuchten in den Wiesen. Die Aarauer Gärten beginnen zu blühen.

Die Völker entwickeln sich eindrücklich. Das stärkste Volk pflegte am 29. März grossflächig auf 18 Seiten Brut und hatte die zwei leer eingehängte Honigrahmen ausgebaut und wärmte verdeckelte Drohnenbrut. Die weniger starken Völker pflegten zur selben Zeit auf mindestens 8 Wabenseiten schöne Brutnester. Um Platz zu schaffen erhielten die am weitesten entwickelten Völker daher zwei Tage später den ersten Honigraum. Eine Woche später wurde auch den letzten Völkern der Honigraum aufgesetzt. 

Die Völker nutzen bei aktuell wechselhaften Wetter jede sonnige oder genügend warme Minute um zu sammeln und kehren schwerbeladen heim. Bei den derzeitigen Tageshöchsttemperaturen um 10 bis 12 Grad, bleibt die Waage aber noch etwa im Gleichgewicht. 

Leider wurden letzten Sonntag im Quartier noch während dem nachmittäglichen Bienenflug vermutlich Obstbäume gespritzt. Bei einem Volk trudelten die Bienen mit akuten Vergiftungssymptomen ein und zuckten mit ausgestreckten Zungen dem Tod entgegen. Zum Glück kühlte die einsetzende Bise rasch ab und der Flugbetrieb wurde unterbrochen. Letztlich lagen rund zweihundert tote Bienen auf dem Flugbrett. Wieviele haben es erst gar nicht mehr heimgeschafft?

 
 
 

 
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Periode 10.02. – 10.03.2019

Die Wochen Ende Februar und Anfang März waren ausserordentlich trocken, nebelfrei, sonnig und mit überdurchschnittlich warmen Nachmittagstemperaturen. Die frostigen Nächte mit Temperaturen von regelmässig 2–3 °C unter Null bremste die Entwicklung der Vegetation allerdings noch.

Die milden Temperaturen ermöglichten, die Frühlingskontrolle durchzuführen. Erfreulicherweise sind sämtliche eingewinterten Völker gesund, weiselrichtig und entwickeln sich stark. Einige Völker waren knapp im Futter. Eine möglichst frühzeitige Futterkontrolle lohnt sich meines Erachtens unbedingt, um Verluste durch Verhungern im März zu verhindern

Die Völker pflegen bereits auf 4–7 Brutwaben beidseitig grossflächige Brut. Sie sind nun im Schweizerkasten im Bienenhaus warm eingedeckt und zwischen den Deckbrettern sind Leuenbergerli mit Wasser aufgesetzt. Der Wasserverbrauch ist eindrücklich. Die Völker leeren ein Leuenbergerli derzeit innert 3–5 Tagen. Die Magazinvölker müssen ohne solche Hilfestellungen auskommen.

Glück im Unglück: Der Sturmwind vom 10. März hat die gerade erblühende Weide beim Bienenstand gefällt. Glücklicherweise fiel die Weide neben das Bienenhaus und auch die Magazine wurden nicht getroffen.

 
 

 
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Periode 10.01. – 10.02.2019

Die Hasel blüht gerade noch nicht, die Kätzchen der Weide vor dem Bienenhaus zeigen sich bereits und werden wohl nach einigen wärmeren Tagen erblühen. 

Die oft frostigen Tage in der zweiten Hälfte des Januars und Anfang Februar liessen die Bienen in der Wintertraube verharren. Bei mehr als der Hälfte der Völker zeigen bombierte Wachsdeckel auf den noch trockenen Unterlagen aber an, dass trotz der kältesten Periode dieses Winters spätestens um den 21. Januar die Bruttätigkeit mit einem kleinen Brutnest wieder aufgenommen wurde.

Am milden 9. und 10. Februar konnten sich die Bienen aus der Wintertraube lösen und einen Reinigungsflug vornehmen. Alle eingewinterten Völker erfreuten sich der wärmenden Sonne. Auch der Imker nutzte die warmen Stunden und nahm eine Futterkontrolle bei den Wirtschaftsvölkern vor. 

Wie aufgrund der Gewichtsabnahme vermutet (siehe letzter Bericht), zeigte die Futterkontrolle des auf sieben Gassen sitzenden, durchbrütenden Waagvolkes, dass kaum mehr Futterreserven vorhanden waren und in diesen Tagen ein Notstand eingetreten wäre. Die Futterwaben im Wintersitz waren bis zum Schenkel leergefressen, auf weiteren Futterwaben weiter vorne und hinten waren keine ausreichenden Futterreserven mehr vorhanden. Mit den direkt an den Wintersitz und ans Brutnest angeschobenen zusätzlichen schweren Futterwaben, sollte dem Volk nun bis zur Frühjahreskontrolle ausreichend Futter zur Verfügung stehen.

 
 

 
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Periode 10.12. – 10.01.2019

Es ist ruhig geworden auf dem Bienenstand. Auch der grosse Weihnachtsverkauf unseres Honigs ist vorüber. Wir Imker können uns in dieser ruhigen Zeit auf die neue Saison vorbereiten.

In der Beobachtungsperiode war lediglich ein einziger Eistag mit ganztägigen Temperaturen von maximal null Grad zu verzeichnen. Am 22. und 24. Dezember erreichten die Temperaturen knapp 11 Grad, allerdings liess das regnerische Wetter keinen Reinigungsflug zu. Es fielen insgesamt 90 l/m2 Regen. In unserem Garten blühen seit dem 22. Dezember bereits die Schneeglöcklein.

Die Bienen warten ruhig in der Wintertraube auf längere und wieder wärmere erste Frühlingstage für einen Reinigungsflug. Als eines der wenigen Völker hat das starke Waagvolk seine Bruttätigkeit nach wie vor nicht eingestellt. Daraus resultiert auch der recht hohe Futterverbrauch von 2.7 kg in 29 Tagen, also 93 Gramm pro Tag. Hier gilt es, die Futtervorräte im Auge zu behalten.

Auf Störungen der Völker sollte verzichtet werden, können wir doch derzeit keine Veränderungen mehr herbeiführen, die positive Auswirkungen mit sich bringen könnten. 

Somit verbleiben das regelmäßige Kontrollieren der Fluglöcher und allenfalls das ruhige Ziehen der Unterlagen. Diese geben Hinweise auf den Volkszustand, wie zum Beispiel Volkstärke, wieder einsetzende Bruttätigkeit oder wie erfolgreich die Winterbehandlung gewirkt hat.

 
 

 
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Periode 15.11. – 10.12.2018

Das Problem der im November nicht korrekt gemeldeten Waagdaten der Station Aarau sollte seit Anfang Dezember behoben sein. 

Endlich war Mitte November auch in Aarau leichter Frost zu verzeichnen. Am 1. Dezember wurden die Völker im Bienenstand in Aarau bei 8 Grad geöffnet und Oxalsäure gesprayt. Einige letzte kleinere auslaufende Brutflächen wurden gekratzt. Mit der folgenden warmen Woche mit Tagestemperaturen von 10° C und höher konnten die Bienen die Kratzschäden problemlos beheben und die Beuten säubern. Auffallend: Von den 13 Völkern auf dem Stand pflegten deren 6 bereits wieder grössere Brutflächen mit junger offener Brut. Ich hatte also gerade noch den «brutfreien» Moment für die Restentmilbung erwischt. Wann wäre der nächste? 

Interessant: Äusserlich war lediglich bei 2 Völkern Zeichen feststellbar, dass Brut gepflegt wird. Der bisherige Futterverbrauch ist teils recht gross. Dies gilt es, im Auge zu behalten. Besonders, da bereits wieder Brut gepflegt wird und daher der Futterverbrauch erhöht ist.

Nun beschränkt sich die Arbeit an den Bienen lediglich noch auf Kontrollgänge. Ich wünsche allen besinnliche Festtage und ein erfolgreiches Bienenjahr 2019

 
 
 

 
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Periode 15.10. – 15.11.2018

In Aarau blieb das Wetter in der Beobachtungsperiode trotz kurzfristigem Schneeregen und weissen Jurahöhen insgesamt weiterhin mild und frostfrei. Entsprechend viel Flugbetrieb herrschte an den warmen und oft sonnigen Tagen.

Eine Stichprobe am 11. November ergab: Die im Herbst in die Wirtschaftsvölker eingeweiselten Jungköniginnen haben die Eilage noch nicht eingestellt und pflegen teils noch grosse Brutnester. Die Winterbehandlung kann daher nicht wie in den letzten Jahren Ende November/Anfang Dezember brutfrei durchgeführt werden und muss warten. Die eingeschobenen Kontrollunterlagen zeigen auf meinem Wirtschaftsstand insgesamt einen eher höheren Milbenbefallsgrad mit 3 «Ausreissern» mit hohem Varroadruck (natürlicher Totfall 9 Milben/Tag). 

Da die Brutfreiheit für die Winterbehandlung frühestens in 3–4 Wochen eintreten wird und sich die Milben in der Brut weiterhin vermehren, wurden diese Völker zwischenbehandelt. Es fielen je Volk 500–600 Milben.

Überraschend anders präsentiert sich die Situation im etwas mehr als 3 Kilometer entfernten Jungvölkerstand. An einem Morgen der Kalenderwoche 46 glitzerte das Gras in der Geländekammer, in dem das Bienenhaus steht, reifbesetzt. Scheinbar konnte sich hier der Nebel nicht durchsetzen und die nächtliche Abstrahlung liess die Temperaturen in Bodennähe unter den Gefrierpunkt fallen. Dieser eine Bodenfrost reichte aus: Alle Jungvölker auf diesem Stand waren am 12. November brutfrei. Bei angenehmen Temperaturen wurden die Völker mit Oxalsäure besprayt und gleichzeitig nochmals auf Futter und Weiselrichtigkeit geprüft. Es fielen pro Volk zwischen 70 bis 500 Milben.

 
 

 
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Periode 15.9. – 15.10.2018

Bei der zweiten Ameisensäurebehandlung fiel der Milbenfall wiederum sehr moderat aus. Es gingen bei der Behandlung keine Königinnen verloren. Auch der gegen Ameisensäure eigentlich sehr empfindliche Bücherskorpion, welcher seit einem Jahr im Bienenhaus und in den Bienenvölkern lebt, ist weiterhin aktiv. Das freut mich, stehen auf seinem Speiseplan unter anderem die Varroamilbe und die Wachsmotte.

Die Völker wurden sanft bei weiterhin überdurchschnittlich warmen Temperaturen und grossteils trockenem Wetter fertig aufgefüttert. Die letzten Futtergaben wurden durch die warmen Temperaturen zügig aufgenommen. Es musste insgesamt recht wenig aufgefüttert werden. 

Die gezüchteten Jungköniginnen konnten nach der zweiten AS-Behandlung in die Wirtschaftsvölker eingeweiselt werden. Noch immer sind die Völker sehr aktiv und tragen viel Pollen ein. Abgesehen von der Oxalsäurebehandlung im brutfreien Zustand sind die Arbeiten an den Völkern abgeschlossen. Jetzt ist noch die Varroabelastung bis zur Winterbehandlung im Auge zu behalten, um gegebenenfalls bei einer Rückinvasion durch das Ausrauben nicht eingesammelter Schwärme vorzeitig reagieren zu können.

 
 

 
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Periode 15.8. – 15.9.2018

Die Hitzeperiode dauerte bis zum 23. August mit Temperaturenspitzen von über 30° C und sehr lauen Nächten. Es fielen nur kurze Platzregen und die Trockenheit verschärfte sich weiter. Am 24. August fielen endlich schauerartige Niederschläge, verbunden mit einer Abkühlung. Zwar noch nicht der gewünschte ausgiebige Landregen, aber immerhin in nennenswerten Mengen. Der September ist weiterhin sehr warm und trocken.

Die Völker erhielten seit dem Abräumen bisher knapp 10 Liter Futtersirup. Die Futtergaben erfolg(t)en gestaffelt und flaschenweise im Leuenberger-Futtergeschirr jeweils abends, um möglicher Räuberei vorzubeugen. Die Völker haben so noch ausreichende Brutflächen zur Verfügung.

Die erste Sommerbehandlung auf den Wirtschaftsvölkern konnte, im Gegensatz zu derjenigen auf den Jungvölkern, dieses Jahr (siehe letzter Bericht) erst spät, am 19. August beendet werden. Es fielen wenige Milben. Die Bücherskorpione haben die AS-Behandlung ebenfalls überstanden und sind nach wie vor aktiv in den Beuten.

Die 2. AS-Behandlung konnte auf den Jungvölkern ohne Königinnenverlust beendet werden, während die Wirtschaftsvölker derzeit die Säure ertragen müssen. Nach der Behandlung werden die älteren Königinnen der Wirtschaftsvölker umgeweiselt und mit diesjährig gezüchteten Jungköniginnen ersetzt. So kann die Ameisensäure-Belastung für die jungen Königinnen umgangen werden, um so spät im Jahr problemlos umweiseln zu können.

 
 

 
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Periode 15.7. – 15.8.2018

Es blieb auch in dieser Beobachtungsperiode viel zu trocken und sehr heiss. Es fiel kein nennenswerter Niederschlag. Die Natur dürstet nach Wasser.

Die im Mai gebildeten Jungvölker entwickelten sich sehr gut. Die erste Sommerbehandlung auf dem Jungvölkerstand konnte vor Ende Juli planmässig abgeschlossen werden. 

Auf dem Wirtschaftsstand hingegen sorgte die Natur für eine Überraschung. Kurz vor dem geplanten Abschleudern stieg die Waage unerwartet wieder. Das Abschleudern musste vertagt werden, spritzten die Waben doch wie im Frühling. Die Honigräume blieben oben, um ein Verhonigen der Bruträume und damit ein Zusammenbrechen der Völker im September zu verhindern. Der Grund der Spättracht schienen die stark blühenden Blumen- und Kleewiesen zu sein. Was sich dann bestätigte: Mit deren Abmähen durch den Bauern war die überraschende Spättracht dann auch vorbei und es konnte Ende Juli abgeräumt werden.

Deshalb und nachfolgend aufgrund der sehr hohen Temperaturen von über 30° C erfolgte die Sommerbehandlung der Wirtschaftsvölker nicht wie bei mir üblich Ende Juli, sondern erst am 12. August. Nach der Behandlung wird dosiert gefüttert, sollen der Königin doch genügend freie Zellen für den Aufbau des Wintervolkes zur Verfügung stehen.

Die diesjährige Honigernte fiel äusserst ertragreich aus, auch wenn Tau- und Waldhonig (aber auch Melizitosehonig) dieses Jahr ausblieben. 

 
 

 
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Periode 15.6. – 15.7.2018

Bei niederschlagsfreiem und zwischenzeitlich sehr warmem Wetter setzte eine ergiebige Lindentracht ein, während die übrige Vegetation mit teils mässiger Bise nach Wasser dürstete. Eine Tautracht blieb dieses Jahr aus. Tagelang schwebten die Duftwolken des Lindennektars durch die Quartiere. Die Linden summten, wie in den schönsten Gedichten beschrieben.

Die Waage stieg kontinuierlich an, interessanterweise mit recht grossen Tagesschwankungen, was wohl teils dem trockenen Biswind zuzuschreiben war. Am 1. Juli waren die beiden Fensterwaben des Honigraumes teils verdeckelt und die Waage stieg an diesem Tag nicht mehr. Also beste Voraussetzungen für eine Honigentnahme am folgenden Tag, schien es mir doch nötig, dem Verhonigen der Bruträume zuvorzukommen. Dem Waagvolk durften dieses Jahr bereits erfreuliche 47 kg Honig entnommen werden, und es ist noch nicht leergeschleudert. Die mit der Ernte nochmals eingelegten Kontrollunterlagen deuten weiterhin einen sehr tiefen Varroadruck von 0 bis 1 Milbe/Tag an. 

Noch immer bin ich mir nicht sicher, ob die wiederum gesichteten Bücherskorpione die Varroa auf der Unterlage oder in den Völkern zusätzlich zu den 4–6 vorgenommenen Drohnenschnitten reduzieren, können doch Bücherskorpione gemäss Literatur mehrere Milben pro Tag jagen.

Am 3.7. und 5.7. fiel morgens dann ein intensiver Gewitterregen. Die Waage sinkt seither bei wieder heissen Temperaturen und trockenem Wetter täglich. Nun kann rechtzeitig abgeräumt werden, damit noch vor dem Monatsende mit der ersten Sommerbehandlung begonnen werden kann

 
 

 
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Periode 15.5. – 15.6.2018

Nach dem Schleudern des Frühlingshonig am 19. Mai endete die ergiebige Tracht praktisch unvermittelt und die Waage begann zu sinken. Gut, wer seinen Völkern Reserven belassen hat. Die starken Völker benötigen um diese Zeit viel Futter. Der geerntete Honig hatte einen tiefen Wassergehalt von gegen 15%.

Mit Beginn der Lindentracht zeigte die Waage ab dem 2. Juni bei feuchtwarmem Wetter wieder teils deutliche tägliche Gewichtszunahmen an. Der Spitzentag war der 3. Juni mit einer Gewichtszunahme von etwas über 3 kg! Allerdings wurden die Zunahmen durch heftige Gewitter und Niederschläge immer wieder gebremst oder gar unterbrochen. Am 11. Juni unterbrach der Wetterumschwung mit der kühleren Schafskälte den Honigeintrag.

Bei starken Wirtschaftsvölkern entnahm ich im Mai je 10 Tage versetzt zweimal eine Brutwabe und habe damit Brutableger gebildet. Die entstandenen Lücken sind durch Mittelwände ersetzt. Das regelmässige Schneiden des Baurahmens sowie im Sinne der Varroareduktion nochmalige Schneiden des Drohnenbaus liefern den Völkern Arbeit. Bisher hat kein Volk geschwärmt. Die Anfang Juni für 7 Tage eingeschobenen Unterlagen zeigten einen sehr tiefen Varroabefall. Ob dies auch an den gesichteten Bücherskorpionen liegt?